Schimmelpilzbildung in Wohnungen ist in zunehmendem Maße der
Streitgegenstand in Mietrechtsangelegenheiten. Dabei steht meist die
Frage im Vordergrund, ob die Baukonstruktion verantwortlich ist oder ob
falsches Nutzerverhalten vorliegt. Bei der rechtlichen Bewertung der
Verschuldungsfrage ist eine sichere Beurteilung der Ursachenkette
erforderlich. Hierbei ist die kritische Untersuchung folgender
Einflussfaktoren notwendig wie z.B. Heiz- und Lüftungsverhalten der
Bewohner, Funktionsfähigkeit der Heizungsanlage, Wärmeschutz und
Wärmebrücken, Luftdichtigkeit der Gebäudehülle,
Erhöhtes Risikopotential bei Neubauten, Raumklimatische
Veränderungen in der Folge von Wohnungs-Sanierungen etc.
Die Abbildung zeigt Schimmelbildung an einer Gebäudeaußenecke im
obersten Geschoß eines Flachdachgebäudes. Ursache war ein Baumangel,
infolge einer undichten Folienverklebung des unmittelbar darüber
liegenden Flachdaches.
Ingenieur- und Sachverständigenbüro
Die Abbildung zeigt einen mit einem holzzerstörenden Pilz befallenen Fensterflügel.
Treten Pilze an Fenstern auf, ist es ratsam eine Probe zu entnehmen und eine Analyse des
Pilzes vornehmen zu lassen.
Der Befund ergab, dass es sich dabei um einen Fruchtkörper von "Gloeophyllum" dem
sog. "Blättling" gehandelt hat.
Es handelt sich dabei um einen holzzerstörenden Pilz, den Erreger der
"Innenfäule", d.h. wenn die Fruchtkörper auf der Oberseite erscheinen,
hat der Pilz seine Zerstörung im Inneren des Holzes bereits vollendet. Da sich
die Fäule zunächst nur im Inneren des Holzes entwickelt, bleibt ein Befall
in der Regel lange Zeit unerkannt. "Gloeophyllum" kann feucht gewordenes verarbeitetes
Holz besiedeln und langfristig in eine würfelförmig zerfallene Braunfäule
verwandeln, sofern das Holz nicht mit einem geeigneten Holzschutzmittel behandelt worden
ist. Obwohl der Pilz feuchtigkeitsliebend ist, kann er lange Trockenperioden überstehen,
um dann bei erneuter Feuchtigkeit die Holzzerstörung fortzusetzen.
Die Sanierung besteht - ohne Alternative - in einer vollständigen Entfernung des
geschädigten Holzes, d.h. das Fenster ist komplett auszutauschen!
Ingenieur- und Sachverständigenbüro
Ein häufiges Schadensbild ist das Vorhandensein von z.B. Fugen, Aufwölbungen etc. im
Parkettbelag. Häufige Ursachen für eine Fugenbildung im Parkettboden
sind z.B. zu hohe Holzeinbaufeuchte, nicht ausreichende Trocknung bei
der Herstellung, Feuchteaufnahme während Transport oder Lagerung des
Materials, nachträgliche Wasseraufnahme durch ausgießen von Flüssigkeit,
zu hohe Luftfeuchtigkeit durch nachstoßende Feuchte aus Betondecken etc..
Wird der Parkettbelag feucht oder nimmt dieser zu viel Feuchtigkeit auf
beginnt dieser zu Quellen. Dabei kann es in seltenen Fällen bis zur
Zerstörung des Parkettbodens durch Aufwölbung kommen.
Ingenieur- und Sachverständigenbüro
Werden Balkone oder Außentreppen gefliest, sind ausschließlich
frostsichere Fliesen und Kleber für Außenbereiche zu verwenden, damit
keine Schäden, z.B. durch Frost, entstehen.
Den Schwachpunkt für Fliesenbeläge im Außenbereich wie z.B. Balkone,
Kelleraußentreppen etc. stellen meistens die Fugen dar. Daher sollte
der Fugenanteil möglichst gering halten werden. Dies erreicht man, indem
man großformatige Fliesen verlegt.
Werden Fliesen auf dem Untergrund vermörtelt, müssen diese so verlegt
werden, dass sich keine Holstellen bilden, in welchen sich Wasser
sammeln kann und Schäden durch Frosteinwirkung entstehen können.
Je nach Kleberauftrag unterscheidet man beim Dünnbettverfahren das
Floating- (Kleber auf Untergrund), das Buttering- (Kleber auf Fliese)
und das kombinierte, das sogenannte Buttering-Floating-Verfahren (Kleber
auf Untergrund und Fliese). Letzteres wendet man im Außenbereich an, da
sich durch das beidseitige Auftragen des Klebers Hohlräume vermeiden
lassen, in denen sich Wasser sammeln könnte.
Ingenieur- und Sachverständigenbüro
Bei größeren Unebenheiten in der Estrichoberfläche können diese durch
Aufbringen mit Spachtel- bzw. Ausgleichsmassen korrigiert werden. Dabei
ist auf eine optimale Untergrundvorbehandlung zu achten, damit sich die
Ausgleichsschicht nicht vom Untergrund (Estrich) – wie in der Abbildung
dargestellt - nach 6 Monaten löst.
Ingenieur- und Sachverständigenbüro
Die in der Abbildung dargestellten typischen Faltenbildungen sind ein
Hinweis für eine gealterte PVC-Abdichtung. Das Schwinden von
PVC-Dichtungsbahnen führt in den Gebäudeecken zu Falten, welche vom
jeweiligen Eckpunkt schräg nach unten führen. Bei solchen
Erscheinungsformen ist es ratsam ein Fachmann hinzuzuziehen, der
aufgrund entsprechender Untersuchungen die Notwendigkeit für
Sanierungsmaßnahmen prüft und bei Bedarf ausarbeitet.
Ingenieur- und Sachverständigenbüro
Ein großes Ärgernis stellt die Abdichtung von Gebäuden im Erdreich dar,
da insbesondere der Bewohner das Problem anhand von z.B. feuchten Wänden,
Schimmelbildung oder im schlimmsten Fall durch Eindringen von Wasser in das
Gebäudeinnere etc. sehr schnell erkennen kann und bei der Sanierung häufig
verhältnismäßig hohe Kosten entstehen.
Besonders anfällig gegen eindringendes Wasser sind z.B. die Fugen zwischen
Bodenplatte und Kelleraußenwand. Ursachen sind z.B. falsch bzw. mangelhaft
eingebaute Fugenbänder, Verarbeitungsfehler beim Einbringen des
Betons in die Schalung sowie beim Verdichten des Betons, die falsche Annahme
der Einschätzung des Wasserandranges in Verbindung mit der Wahl der geeigneten
Abdichtungsmaßnahme, eine falsche Einschätzung der Sickerfähigkeit des Bodens,
fehlende Auskunft über den Grundwasserstand so daß bei länger anhaltenden
Regenfällen plötzlich drückendes Wasser vorherrscht, für welchen Lastfall
der Abdichtung das Gebäude nicht konstruiert wurde, etc. .
Schäden zeigen sich zuerst durch feuchte Stellen im Bodenbereich. Werden
keine geeigneten Maßnahmen getroffen, den Wasserandrang zu stoppen können
sich die Schäden immer mehr nachteilig auf die Gebäudesubstanz auswirken.
Ingenieur- und Sachverständigenbüro
Bei Metallabdeckungen und -bekleidungen führt ablaufendes Regenwasser,
Schmutzpartikel und auch Spuren gelöster Metallverbindungen mit sich.
Auf darunter liegenden hellen, porösen und rauhen Oberflächen kann es
bei falscher Konstruktion zu Ablaufspuren kommen, welche bei Kupfer
durch die Grünfärbung besonders auffallen. Die zu geringe
Kupferblechabdeckung auf der Wandscheibe hat zu Ablaufspuren und
Grünverfärbungen an der Fassade infolge Grünspan gebildet. Darüber
hinaus haben sich bereits erhebliche Risse und Putzschäden
(Hohlstellen und Putzabplatzungen) gebildet.
Ingenieur- und Sachverständigenbüro
Die Abbildung zeigt, dass das letzte Sparrenfeld zur Kommunewand
einer Doppelhaushälfte, bei welchem die letzten ca. 15 cm ohne
Wärmedämmung ausgeführt wurde. Dabei ist es nicht verwunderlich,
dass sich die Bewohner insbesondere in den Sommermonaten über hohe
Innentemperaturen im Dachgeschoß beschwert haben. Auch hier zeigt sich, Baucontrolling und
Qualitätsmanagement sind auf der Baustelle unerlässlich. Die
mangelhafte Ausführung wurde durch den Bauherrn nach 4 Jahren entdeckt,
da im Winter das Dach im Bereich der Kommunewand abgetaut war, obwohl
auf der restlichen Dachfläche noch erhebliche Mengen an Schnee vorhanden waren.
Ingenieur- und Sachverständigenbüro
In nebenstehender Abbildung wird ein horizontaler Riss in der Außenwanddecke
unter einem Stahlbeton-Flachdach einer Garage gezeigt. Von dem hier
vorhandenen Ziegelmauerwerk ist eine Schicht über dem Horizontalriss
noch fest mit der Stahlbetondecke verbunden. Die Stahlbetondecke hat
sich am oberen Rand so stark verkürzt, dass im Rissbereich noch eine
geringe Horizontalverschiebung der Rissufer vorhanden war. Die lotrechte
Rissweite betrug ca. 2 mm. Schadensursächlich war hier die Schwindverkürzung
der Stahlbetondecke gegenüber dem Mauerwerk. Während Mauerwerk aus
Ziegel praktisch nicht schwindet (0 mm/m), ergibt sich für Beton ein
Schwindmaß (allgemein im Freien) von ca. 0,32 mm/m, in trockener
Luft (z.B. in trockenen Innenräumen) von ca. 0,46 mm/m. Bei sorgfältiger
Planung wäre dieser Mangel nicht aufgetreten.
Ingenieur- und Sachverständigenbüro
Undichter Anschluß eines Blechdaches zur Dachrinne. Das Regenwasser
läuft unterhalb der Dachrinne auf die Fassade, welche erheblich durchnässt
wurde, was durch Frosteinwirkung zu Putzabplatzung geführt hat.
Bei der Ausführung von Spenglerarbeiten ist insbesondere auf folgende Punkte
zu achten:
überragende Bauteile müssen einen entsprechenden Abstand von der Fassade
haben. Je größer der Abstand, umso geringer ist die Gefahr, dass ablaufendes
Regenwasser die Fassade berührt. Um Grünfärbungen zu vermeiden, wird ein
Wandabstand von ca. 40-60 mm vorgeschrieben. Bei allen großflächigen
Kupferabdeckungen muss das Regenwasser über Regenrinnen abgeführt werden.
Mauerwerks- und Dachrandabdeckungen sind mit leichter Neigung zu der Seite
auszuführen, auf der Abschwemmungserscheinungen am wenigsten stören.